Biodiversität
Die Vielfalt, die uns am Leben hält
Viel zu oft handeln wir Menschen so, als seien wir die einzigen Lebewesen auf unserem Planeten. Doch in Wahrheit sind wir nur ein kleiner Teil einer enormen Artenvielfalt, die unser Ökosystem am Laufen hält. Millionen von Lebensräumen und Arten haben verschiedene Eigenschaften und Aufgaben – aber nur einen Zweck: Die Erde, und alles, was darauf lebt, am Leben zu erhalten. Wir sind auf dieses Zusammenspiel angewiesen, um unser Überleben sichern zu können. Denn Diversität bedeutet Vielfalt und die gilt es, um jeden Preis zu bewahren.
Welche enorme Bedeutung die diversen Arten haben, erkennen wir leider oft viel zu spät – nämlich, wenn sie bereits ausgestorben ist. Für uns Menschen ist der Wert der Biodiversität nicht in Geld aufzuwiegen. Wir brauchen für ein gutes Leben beispielsweise dichte grüne Wälder, fleißige Bestäuber und aktive Bodenorganismen. Denn sie bescheren uns Nahrung und einen intakten Lebensraum. Eine artenreiche und somit intakte Natur ist von unermesslichem Wert für unser körperliches und psychisches Wohlbefinden.
Die wichtigsten Faktoren der Biodiversität
Naturnahe Ökosysteme sind der Motor unseres Planeten. Verdrängen wir sie, werden wir auf der Reise in unsere Zukunft ins Stocken geraten.
- Naturnahe Ökosysteme helfen bei der Klimaregulierung: Sie helfen den CO2-Gehalt zu senken
- Naturnahe Ökosysteme halten der Klimakrise besser stand
- Biodiversität versorgt uns mit Ressourcen: Sie ist wichtig für unsere Ernährungssicherheit und somit für unsere psychische und körperliche Gesundheit
- Biodiversität hält die Stoffkreisläufe des Lebens aufrecht: Pflanzen liefern uns Sauerstoff, Mikroben machen durch Zersetzung lebenswichtige Nährstoffe verfügbar.
Tipps für Biodiversität: Geben wir der Natur mehr Raum!
Jede:r Einzelne von uns kann zu einer positiven Veränderung beitragen. Wir haben daher gemeinsam mit dem WWF einige Tipps für mehr Biodiversität zusammengetragen:
Zukunftsfähige Energie
Energie muss sparsam genutzt werden: Achten wir darauf, dass wir unseren Energieverbrauch reduzieren – egal ob zu Hause oder im Büro, achtsamer konsumieren und auf nachhaltige Mobilität setzen.
- Die Energie, auf die wir nicht verzichten können muss naturverträglich und erneuerbar sein. Ein erster Schritt kann etwa der Wechsel des Stromanbieters hin zu einem Anbieter mit Ökostrom sein. Eine weitere Möglichkeit sind Solar- und Photovoltaiksysteme.
- Wie grün ist dein Strom wirklich? Finde es mit dem Stromanbieter-Check vom WWF heraus.
- Kurze Strecken zu Fuß, mit dem Fahrrad und den Öffis zurücklegen. Wo es schwierig wird, verschiedene Verkehrsmittel kombinieren.
Mehr Vielfalt für unser Essen
Unsere Ernährungsgewohnheiten leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Naturschutz. Denn die Produktion und die Verarbeitung unserer Lebensmittel verbrauchen Wasser, Energie und Fläche. Mit bewusster Ernährung können wir vieles verbessern - und so gehts:
- Obst und Gemüse machen den Teller bunt.
- Kulinarische Vielfalt seltener und regionaler Gemüsearten und -sorten neu entdecken: Anstatt immer nur dieselbe Sorte Äpfeln zu wählen auch einmal zu den vergessenen regionalen und saisonalen Sorten greifen. Das führ zu einer Vielfalt an Kulturpflanzen, die es zu erhalten gilt.
- Fleisch und Fisch als seltene Delikatesse genießen und auf die Herkunft und Fangart achten.
- Biologisch, saisonal und regional sollten die gekauften Lebensmittel sein.
- Lieber frische Produkte kaufen und gleich verarbeiten, als auf Tiefkühlware setzen.
- Ressourcen schonen: Was gekauft wird, sollte gegessen werden. Vermeide Lebensmittelverschwendung. Für Reste und vermeintliche Abfälle gibt es viele kreative Lösungen.
Intakte Ökosysteme
Wir brauchen intakte Ökosysteme mit vielfältigen und stabilen Artenbeständen für eine lebenswerte Zukunft auf unserem Planeten. Nach dem Motto "Save the best, restore the rest" ist es daher wichtig, die Natur und die darin lebenden Arten zu schützen. Am Besten durch:
- Auf achtsamen Konsum setzten. Hinterfragen, ob Dinge wirklich gebraucht werden. Falls ja, auf klima- und naturverträgliche Produkte und Dienstleistungen setzen
- Projekte unterstützen, um wichtige Ökosysteme und Schutzgebiete zu erhalten und zu fördern.
- Keinen Müll hinterlassen: Verpackungen müssen richtig entsorgt werde. Am besten ist es bereits beim Kauf auf wiederverwendbare oder umweltschonende Verpackungen zu achten. „Zero Waste" nennt sich jene Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst keinen Müll zu produzieren.
- Gib der Natur den Raum den sie braucht: Achte in diener Freizeit und auf Reisen darauf, die Grenzen der Natur zu respektieren und Lebensräume, Rückzugsgebiete und Ruhezeiten von Tieren nicht zu stören.
- Wissen und Begeisterung mit Familie, Freund:innen und Bekannten teilen sowie Naturschutz- und Klimapetitionen unterzeichnen und dadurch für mehr Bioidiverstiät sorgen!
- Reduzieren, wiederverwenden und recyceln, wobei der Schwerpunkt auf dem Ersten liegt. Je mehr jede:r von uns seinen:ihren Bedarf an neuen Ressourcen reduzieren kann, desto weniger Lebensraumumwandlung ist erforderlich, um diese Ressourcen oder die Energie zur Herstellung der von uns benötigten Produkte zu erhalten, und desto weniger Abfall landet auf der Mülldeponie.
- Verwende zur Reinigung umweltfreundliche Produkte. Dies reduziert die chemische Kontamination von Lebensräumen sowohl während der Herstellung als auch wenn diese Chemikalien in den Abfluss gelangen.
Naturfreundliche Garten- oder Balkongestaltung
Eine Möglichkeit, der Natur Platz zu geben, ist eine naturfreundliche Garten- oder Balkongestaltung.
- Schonende Pflege für unsere Natur: Natürliche Dünger und torffreie Blumenerde – am Balkon und im Garten. Keine Pflanzenschutzmittel.
- Heimische, insektenfreundliche Vielfalt: Mit der richtigen Bepflanzung kann der Balkon, Garten oder Blumentopf Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten anlocken und sie mit Nahrung versorgen.
- Natürliche Schönheiten: Wilde Wiesen statt rasierter Rasen. Geben wir der Natur die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Flächen können ungemäht bleiben. Das Laub kann im Herbst in einer geschützten Ecke liegen.
- Gartenbeleuchtung vermeiden: Für manche Pflanzen- und Tierarten ist auch eine künstliche Gartenbeleuchtung störend. Also lieber darauf verzichten.