Wie kann man investieren?
Über Börsen kannst du etwa in Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs, und andere Finanzprodukte investieren. Welche Finanzprodukte für dich geeignet sind, hängt ab von
- deiner finanziellen Gesamtsituation
- deiner Risikofreudigkeit
- deinen Anlagezielen
- deinem Know-how.
Es gilt der Grundsatz: „Investiere immer nur in Produkte, die du auch verstehst - und immer erst nach einer gründlichen Beratung!"
Was sind Aktien?
Wenn man Aktien kauft, ist man am Grundkapital eines Unternehmens (einer Aktiengesellschaft) beteiligt und wird „Aktionär:in“ genannt. Die wesentlichen Rechte der:des Aktionärs:Aktionärin sind die Beteiligung am Gewinn des Unternehmens (die Dividende) und üblicherweise das Stimmrecht in der Hauptversammlung.
Durch die Ausgabe von Aktien können sich Aktiengesellschaften Eigenkapital beschaffen. Aktien werden an Börsen gehandelt, wo der Aktienkurs durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird.
Was sind Anleihen?
Wer eine Anleihe kauft, leiht einem Unternehmen (Unternehmensanleihe) oder einem Staat (Staatsanleihe) für einen fixen Zeitraum und zu einem bestimmten Zinssatz Geld.
Anleihen sind also Wertpapiere, bei denen der Emittent (Schuldner: Unternehmen oder Staat) dem/der Käufer:in die Rückzahlung der Schulden mit Zinsen verspricht.
Der:die Käufer:in (Anleger:in) kann die Anleihen bis zur Rückzahlung behalten oder vorzeitig verkaufen. Anleihen werden an Börsen gehandelt, wo der Anleihekurs durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Ein vorzeitiger Verkauf findet zum jeweiligen Börsenkurs statt.
Was sind Investmentfonds?
Ein Investmentfonds (lateinisch Fundus = Vorrat, kurz: Fonds) sammelt das Geld von Anleger:innen ein. Diese Summe Geld wird von einer Kapitalanlagegesellschaft gemanagt und im Fondsvermögen gebündelt. Professionelle Fondsmanager:innen kümmern sich um das Anlagemanagements des Fondsvermögens nach exakt definierten Richtlinien, den sogenannten Fondsbestimmungen.
Das Fondsvermögen wird dann in eine große Zahl verschiedener Wertpapiere (Aktien, Anleihen, etc – je nach Fondsbestimmung) investiert. Durch die Streuung auf eine Vielzahl an Wertpapieren reduziert sich das Risiko im Vergleich zum Kauf eines einzelnen Wertpapiers (z. B. einer Aktie). Fonds haben meistens keine bestimmte Laufzeit, daher ist die empfohlene Mindestveranlagungsdauer des jeweiligen Fonds auf jeden Fall zu beachten.
Was sind ETFs?
ETF steht für "Exchange Traded Funds": Damit sind sog. Indexfonds gemeint, die an der Börse gehandelt werden. Ein Index, gibt die Veränderungen mehrerer unterschiedlicher z.B. Aktien (Aktienindex) oder z.B. Anleihen (Anleihenindex) wieder. So setzt sich z.B. der ATX, der österreichische Aktienindex, aus 20 österreichischen Unternehmensaktien zusammen. Andere bekannte Indizes sind z.B. der DAX (wichtigster Aktienindex in Deutschland), der Dow Jones (amerik. Aktienindex) oder der MSCI World (bekannter globaler Aktienindex). So ein Aktienindex, der die Entwicklung von mehreren wichtigen Unternehmensaktien aufzeigt, ist eine Art Barometer für die Wertentwicklung der Aktien eines Marktes.
ETFs sind Fonds, die sich an einem Index orientieren. Steigt der Index, steigt auch der Wert der Anteile an dem jeweiligen ETF und dasselbe gilt für fallende Wertentwicklungen.
Allgemein gilt:
Bei jeder Veranlagung hängt der mögliche Ertrag direkt vom Risiko ab. Je höher der mögliche Ertrag ist, desto höher wird das Risiko sein. Auch irrationale Faktoren (Stimmungen, Meinungen, Erwartungen, Gerüchte) können die Kursentwicklung und damit den Ertrag einer Investition beeinflussen.
Durch die Veranlagung in mehrere verschiedene Wertpapiere kann das Risiko der gesamten Veranlagung vermindert werden (Prinzip der Risikostreuung).
Jedoch ist das Risiko eines Totalverlustes des eingesetzten Kapitals nicht gänzlich auszuschließen.